C_12176 - Digitale Patientenrechnung- Änderungen in gemKPT_Test

Inhaltsverzeichnis

1 Änderungsbeschreibung

Dieser Änderungseintrag bezieht sich auf die gemKPT_Test Version 2.10.0 und die in der Kommentierung befindlichen Anlagen, die als Erweiterung für die gemKPT-Teststrategie gelten. Dies umfasst die Anlagen C_12019 (Anlage für PoPP) und C_12020, die die produktübergreifenden Anforderungen zusammenfassen.

Disclaimer
Festlegungen:
Bei den zugeordneten Produkttypen ist mit eRg_FD der Fachdienst der Digitalen Patientenrechnung (DiPag) gemeint. Eine entsprechende Umbenennung wird noch erfolgen.

1.1 Testregelungen und Festlegungen bei Beauftragungen

## Der Abschnitt 1.1 wird in das [gemKPT_Test] übernommen.

Es enthält spezielle Anforderungen für Testregelungen und Festlegungen bei Beauftragungen.

Die Test- und Prüfaktivitäten der gematik bei Beauftragungen zielen auf eine umfassende Validierung der Qualität, Funktionalität und Interoperabilität der entwickelten Produkte und Anwendungen im Gesamtkontext der Telematikinfrastruktur (TI) ab.

Dieser ganzheitliche Ansatz gewährleistet, dass die Produkte sowohl eigenständig funktionieren als auch nahtlos mit anderen Komponenten interagieren und zudem die vorgegebenen Qualitätsstandards erfüllen. Der Testprozess umfasst produktspezifische und -übergreifende Tests, um die Ende-zu-Ende-Funktionalität und Interoperabilität im gesamten System sicherzustellen. Der Auftragnehmer (AN) muss die Erfüllung aller funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen nachweisen.

Während der Entwicklung ist der AN verpflichtet, den Fortschritt an definierten Kontrollpunkten transparent darzulegen und das Erreichen von Meilensteinen proaktiv der gematik mitzuteilen. Nach Abschluss der Entwicklung erfolgt eine Güteprüfung durch die gematik, bei der die vom AN zu erstellende Testdokumentation eingehend bewertet wird. In der Gesamtintegration testet die gematik das Zusammenspiel aller Komponenten der TI.

Die erfolgreiche Gesamtintegration ist Voraussetzung für die Produktivsetzung, eine formale Abnahme wird im jeweiligen Vertrag mit dem AN geregelt.

Der Testansprechpartner gematik begleitet den gesamten Prozess von der Beauftragung bis zur Abnahme und übernimmt verschiedene Verantwortlichkeiten. Folgende Tätigkeiten sind dabei relevant:

  1. Kontrollpunkte
  2. Information
  3. Güteprüfung
  4. Zulassungstests
  5. Abnahme

Anmerkung: Die Güteprüfung findet ausschließlich im Rahmen von Beauftragungen statt und ist nicht Teil des Zulassungsverfahrens. Sie dient der Überprüfung der Testvorgehensweise gemäß dem vereinbarten Vertrag zwischen Auftraggeber (gematik) und Auftragnehmer. Dieser Prüfprozess wird als Güteprüfung bezeichnet.

A_27248 - Güteprüfung Test

Die Güteprüfung stellt eine zentrale Qualitätssicherungsmaßnahme im Rahmen von Beauftragungen dar. Sie dient der detaillierten Prüfung und Bewertung der geforderten Testdokumente und die jeweiligen Produkte. 
Der Auftragnehmer MUSS mindestens folgende Testdokumente als Liefergegenstände bereitzustellen:

  1. Testkonzept: Entsprechend den Vorgaben in Tab_Test_013 des [gemKPT_Test],
  2. Testspezifikation: Gemäß den Anforderungen in Tab_Test_014 des [gemKPT_Test],
  3. Testbericht: Konform zu Tab_Test_018 des [gemKPT_Test],
  4. Produktdokumentation: entsprechend der Vorgaben in "Tab_Test_016 Produktdokumentation" des [gemKPT_Test],
  5. Afo-Testmatrix: In Übereinstimmung mit den Richtlinien des [gemKPT_Test].
Diese Dokumente bilden die Grundlage für eine umfassende Beurteilung der Testqualität und -Vollständigkeit. Der Auftraggeber (AG) prüft die Dokumente auf Einhaltung der definierten Vorgaben  gemäß [TIP1-A6524-01] und protokolliert die Prüfung.
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A_27141 - Testmanagementsystem des AN

Der AN MUSS für die Testaktivitäten während der Eigen verantwortlichen Tests  ein umfassendes Testmanagementsystem einsetzen und dem AG den vollen Zugriff hierfür gewähren. Das Testmanagementsystem MUSS folgende Testaktivitäten unterstützen:

  1. Testdurchführung: Alle Tests im System durchführen und dokumentieren, einschließlich E2E-Tests und BDD-Szenarien.
  2. Fehlermanagement: Fehler erfassen, mit Details versehen und sichtbar machen.
  3. Fortschritt und Berichte: Testfortschritt jederzeit einsehbar, automatische Berichtgenerierung.
  4. Artefakte: Testartefakte im System verwalten.
  5. Dokumentation: Benutzerdokumentation und Systemanleitungen bereitstellen.
  6. Zugriffsrechte: AG erhält Lesezugriff, bei Bedarf auch Schreibrechte.
  7. Versionskontrolle: Für Testfälle, Skripte und andere Artefakte.
  8. Nachverfolgbarkeit: Zwischen Anforderungen, Testfällen und Ergebnissen.
Der AN MUSS die Erfüllung dieser Anforderungen für eine transparente Zusammenarbeit gewährleisten.
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A_27142-01 - Anforderungen an Testreporting

Der AN MUSS über den Teststatus der  Eigen verantwortlichen Tests in der RU DEV regelmäßig berichten (Frequenz noch zu definieren), dabei wird:

  1. Eine Darstellung des aktuellen Testfortschritts, einschließlich der Anzahl durchgeführter, erfolgreicher und fehlgeschlagener Tests.
  2. Einer detaillierten Erfassung aller gefundenen Fehler, inklusive Schweregrad, Priorität und Status.
  3. Informationen zur Testabdeckung, um sicherzustellen, dass alle kritischen Funktionen getestet wurden.
  4. Eine Einschätzung der identifizierten Risiken basierend auf den Testergebnissen.
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1.2 Fachanwendung Digitale Patientenrechnung

## Dieser Abschnitt 1.2 bis 1.2.2 wird nach dem Kapitel 9 im [gemKPT_Test] eingefügt.

Es enthält spezielle Anforderungen für die Digitale Patientenrechnung.

Die Anwendung Digitale Patientenrechnung (DiPag) stellt eine auf digitalen Daten basierende Lösung für den Abrechnungsprozess medizinischer oder sonstiger Leistungen, die nicht dem Sachleistungsprinzip unterliegen, zur Verfügung.

1.2.1 Allgemeine Anforderungen an den Test des Digitale Patientenrechnung Fachdienstes

A_26674-01 - Bereitstellung von Testkomponenten und Testartefakten in den Testumgebungen

Der Zulassungsnehmer MUSS Testkomponenten und Testartefakte so entwickeln und bereitstellen, dass diese in allen Testumgebungen genutzt werden können.
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A_26675-01 - Format der Testszenarien

Der Zulassungsnehmer MUSS alle für den funktionalen Test erforderlichen Testszenarien und Testfälle nach der Behavior Driven Development (BDD)-Technik erstellen und z. B. in der Beschreibungssprache "Gherkin" formulieren.
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A_26676 - Kontrollpunkte während der Entwicklungsphase

Der Auftragnehmer MUSS die von der gematik vorgegebenen Kontrollpunkte während der Entwicklungsphase durchführen. Dadurch wird die Reife und der Fortschritt der in Entwicklung befindlichen Produktkomponenten überprüft.

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A_26680-01 - Versionierung der Testkomponenten

Der Auftragnehmer MUSS alle für den Test genutzten Komponenten mit Datum und Version auflisten. 
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A_26678 - Tests der einzelnen Systemkomponenten über die externe Schnittstelle

Der Auftragnehmer MUSS für die Komponententests alle darin verorteten funktionalen Anforderungen über die dokumentierte externe Schnittstelle testen.
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A_27540 - Bereitstellungsprozess RU DEV

Um die Stabilität der gemeinsamen RU DEV Umgebung zu gewährleisten, MUSS der Auftragnehmer (AN) sich an folgenden agilen Prozess halten:

Änderungsmanagement
Der AN DARF Modifikationen an den Testobjekten nur in Absprache mit dem Testansprechpartner der gematik ausführen.

Automatisierte Qualitätssicherung
Der AN MUSS nach jedem Deployment in der RU DEV Umgebung eine automatisierte Smoke-Test-Suite ausführen. Diese Suite MUSS:

Fehleranalyse-Phase
Der AN MUSS während der Testdurchführung aufgetretene Fehler nach der Bereitstellung analysieren, um die betroffenen Komponenten zu identifizieren.

Rollback-Prozess
Der AN MUSS das Testobjekt am Ende der Fehleranalyse-Phase auf die letzte bekannte, fehlerfreie Version zurücksetzen, falls Fehler im Testobjekt festgestellt wurden, welche die IOP Tests gefährden.

Kontinuierliche Verbesserung
Der AN SOLL den Bereitstellungsprozess regelmäßig überprüfen und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren, um die Effizienz und Effektivität des Prozesses zu steigern.
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A_27574 - Freie Nutzung der entwickelten Testartefakte

Der Auftragnehmer MUSS alle Testartefakte, die für die Testaktivitäten vom Hersteller entwickelt werden, der gematik kosten- und lizenzfrei zur Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung stellen. [<=]

A_27575 - Automatisierung der Testartefakte

Der Auftragnehmer MUSS alle Testartefakte so entwickeln und bereitstellen, dass diese eine kontinuierliche, automatisierte Testausführung ermöglichen. [<=]

A_27576 - Verwendbarkeit von Testkomponenten und Testartefakten in automatisierten CI/CD-Pipelines

Der Auftragnehmer MUSS ausführbare Testartefakte so entwickeln und bereitstellen, dass sie in automatisierten CI/CD-Pipelines verwendet werden können. [<=]

A_27577 - Übergreifende Testmaßnahmen

Der Auftragnehmer MUSS bei der Vorbereitung und Durchführung von übergreifenden Testmaßnahmen, wie beispielsweise Durchstichtests oder Connectathons, aktiv mitwirken. Dies umfasst die Phasen vor, während und nach den Zulassungstests. Der Auftragnehmer ist verpflichtet, auf Aufforderung der gematik Unterstützung zu leisten. Dies kann durch die Bereitstellung und Konfiguration der benötigten Komponenten und Testumgebungen sowie durch Unterstützung bei der Problemanalyse erfolgen. Diese umfassende Mitwirkung stellt sicher, dass die Testmaßnahmen reibungslos und effektiv durchgeführt werden können. [<=]

## Der Inhalt der Tabelle wird im Glossar aufgenommen

1.3 Glossar

Begriff Erläuterung
Testartefakt Dokumente, Daten und Werkzeuge, die im Rahmen der Tests benötigt werden. Dazu zählen Testfälle, Testdaten, Testskripte, Protokolle und Berichte, die die Durchführung und Nachvollziehbarkeit der Tests sicherstellen.
Testkomponente Module, Services oder Systeme, die in einer Testumgebung bereitgestellt werden müssen, um die Funktionalität, Integrationen und Prozesse zu prüfen. Dazu gehören unter anderem Simulatoren und Testsuiten.